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Aufbau-Miststreuer von Gafner, Gruber, Reform und Stöckl im Vergleich

Gleichmäßig verteilt und gut zerkleinert, das ist das „A und O“ beim Mist streuen! Für den Transporter gibt es zwei verschiedene Streusysteme am Markt: Stehende Walzen im Heck oder das Seitenstreuwerk. Wir haben beide Systeme auf den Prüfstand gestellt.

Gafner bietet seine Aufbau-Miststreuer als Vario- oder Roto-Variante an.
Gafner bietet seine Aufbau-Miststreuer als Vario- oder Roto-Variante an.
In der Berglandwirtschaft wird der Stallmist oft mit einem Transporter und einem Aufbau- Miststreuer ausgebracht. Gleichmäßig verteilter und gut zerkleinerter Mist verrottet schneller und lässt das Gras sprießen. Zudem wird das Futter weniger verschmutzt und das Unkrautwachstum gehemmt. Die Arbeitsqualität beim Misten hängt von vielen Kriterien ab: von der Art und der Konsistenz des Mistes, von der gleichmäßigen Beladung des Streuers, von der Fahrweise (bergauf/bergab oder Schichtenlinie), von einer kontinuierlichen Kratzbodensteuerung, ob eine Schubwand und/oder eine Stauwand vorhanden sind und natürlich vom Streuwerk selbst.
Der serienmäßig vollverzinkte ASM 235 von Gruber ist ein konventionell gebauter Miststreuer und lässt sich auf allen Transportern mit langem Radstand aufbauen.
Der serienmäßig vollverzinkte ASM 235 von Gruber ist ein konventionell gebauter Miststreuer und lässt sich auf allen Transportern mit langem Radstand aufbauen.
Das Hauptaugenmerk bei dieser Vergleichsuntersuchung haben wir auf die Streuwerke gelegt. Die BLT Wieselburg hat die Streuqualität aller vier Testkandidaten nach der bestehenden Norm „EN 13080“ untersucht. Darüber hinaus wurden alle technischen Parameter wie Fassungsvermögen, Vorschubgeschwindigkeit und die Rotordrehzahlen nachgemessen und mit den Herstellerangaben verglichen. Im Fokus stand auch die Standsicherheit am Hang mit der Bestimmung des Masseschwerpunktes. Für alle Messungen und Streuversuche haben wir die vier Testkandidaten auf einen Reform Muli T10X Hybridshift mit langem Radstand (3.180 mm) und Allradlenkung aufgebaut.

Vier Streuer, zwei Systeme
Folgende Streuer stellten uns die Hersteller für diese Vergleichsuntersuchung zur Verfügung:
• Gafner 4.56 HR
• Gruber ASM 235
• Reform 215
• Stöckl 3400 SR

Reform verfolgt ein anderes Konzept mit Mehrfachnutzen: Ladewagen und Miststreuer verwenden dieselbe Brücke mit einem hydraulisch angetriebenen Kratzboden.
Reform verfolgt ein anderes Konzept mit Mehrfachnutzen: Ladewagen und Miststreuer verwenden dieselbe Brücke mit einem hydraulisch angetriebenen Kratzboden.
Die Maschinen von Gruber und Reform waren jeweils mit vier stehenden Streuwalzen ausgestattet. Gafner aus der Schweiz und der Zillertaler Stöckl setzen auf Seitenstreuwerke.
Bei allen Streuern wird die Heckscheibe des Transporters mit einer Stirnwand aus Blech oder Gitter geschützt. Bei den beiden Heckstreuern ist das besonders wichtig, da die Walzen immer wieder Mist nach vorne werfen. Dadurch verschmutzen diese Streuer im vorderen Bereich stärker. Zudem besteht die Gefahr, dass Steine zur Kabine nach vorne geschleudert werden und das Heckfenster beschädigen.
Den kleinsten und leichtesten Streuer mit einem Eigengewicht von 990 kg baut Reform. Ein ähnliches Leichtgewicht ist der 1.000 kg schwere Stöckl 3400 SR. Gafner und Gruber brachten 1.220 kg bzw. 1.230 kg auf die Waage.
Stöckl bietet wie der Schweizer Hersteller Gafner seine Aufbau-Seitenmiststreuer mit zwei verschiedenen Streuwerken an.
Stöckl bietet wie der Schweizer Hersteller Gafner seine Aufbau-Seitenmiststreuer mit zwei verschiedenen Streuwerken an.
Groß sind die Unterschiede beim Ladevolumen. Die BLT hat sowohl das Volumen bis zur Bordwand-Oberkante – quasi das Wassermaß – und bis zur Durchgangshöhe des Streuaggregats ermittelt. Mit einem Ladevolumen von 3,2 m³ bis zur Bordwandkante war der Gafner 4.56 HR der größte Streuer dieser Testserie. Ein wichtiges Kriterium ist auch der Überhangwinkel hinten am Streuwerk: Ein größerer Winkel erleichtert das Ein- und Ausfahren an steilen Böschungen. Bei Gafner, Gruber und Stöckl haben die BLT-Techniker 34° gemessen. Mit 28° etwas geringer ist dieser Wert bei Reform.

Die Prüfergebnisse der BLT Wieselburg bescheinigen allen vier Testkandidaten eine normgerechte Mistverteilung. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede! Wo sie sich unterscheiden und welche Auswirkungen das in der Praxis hat, erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 07/2018.

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